Unser Kirchenkreis
Der Kirchenkreis Lehnin-Belzig birgt einen
reichen Schatz vielfältiger Kirchengemeinden zwischen der Havel im Norden und
dem Hohen Fläming im Süden.
1998 ist
unser Kirchenkreis hervorgegangen aus den ehemaligen Kirchenkreisen Belzig/Niemegk
und Lehnin. Diese auch unter Schmerzen und großen personellen Einschnitten
vollzogene Fusion hat sich positiv ausgewirkt. Beide Kirchenkreise waren und
sind ländlich geprägt. Das bedeutet, dass unsere Kirchengemeinden mit einer
Pfarrstelle meist vier bis acht Predigtstellen umfassen oder eine
Gemeinschaft mehrer rechtlich selbstständiger Kirchengemeinden mit einem
Pfarramt bilden.
Der Süden des Kirchenkreises, ehemals
sächsisches später preußisches Gebiet, ist zum einen durch die Stadt Belzig -
Kreisstadt des Landkreises Potsdam-Mittelmark - und zum anderen durch die
Landschaft des Hohen Flämings charakterisiert. Der Hohe Fläming mit seinem
Naturpark und seinen drei Burgen: Burg Rabenstein bei Raben, Burg Eisenhardt
in Belzig, und Schloss Wiesenburg sind touristisch bedeutsame Ziele. Im
Fläming finden sich viele kleine Dörfer mit sehenswerten mittelalterlichen
Dorfkirchen, deren Kirchtürme von weit her das Landschaft- und Dorfbild
bestimmen.
Der nördliche Teil des Kirchenkreises
umfasst zum Teil das alte Gebiet der Zauche. Er ist geprägt zum einen
durch den Einzugsbereich Berlin, Potsdam und der Stadt Brandenburg. Hier gibt
es im Unterschied zum Fläming wachsende Ortschaften mit jüngerer Bevölkerung
bedingt durch die Nähe zu Berlin. Zum anderen ist der ehemalige Kirchenkreis
Lehnin geistlich und geschichtlich durch das im Jahre 1180 gegründete
Zisterzienserkloster zu Lehnin beeinflusst. Das Kloster Lehnin sorgte als
Keimzelle in Mitten der Zauche für die Ausbreitung des christlichen Glaubens
weit in das heutige Land Brandenburg hinein. Nach der Reformation verlor das
Kloster an Bedeutung. Das Erbe der Zisterzienser: Ora et labora (bete und
arbeite) wurde wieder stark und prägend für die Region mit der Gründung des
Luise-Henrietten Stiftes 1911. Die Klosterkirche als Grablege der Askanier
wurde 1871 wieder aufgebaut und mit den Diakonissen wuchs ab 1911 das
diakonische Engagement unserer Kirche in der Region, das heute mit seiner
vernetzten Altenpflege und dem neuen Krankenhaus Teil des EDBTL (Ev.
Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin) ist. Auch im Norden unseres
Kirchenkreises finden sich viele sehenswerte Dorfkirchen in gutem baulichem
Zustand. Wer über die Dörfer fährt wird dies erfreut wahrnehmen können.
Lehnin und Belzig, die beiden Zentren unseres Kirchenkreises haben jeweils
einen starken kirchlich diakonischen Schwerpunkt. Darüber hinaus haben beide
Zentren bedeutende kirchenmusikalische Profile, die weit über die Region
hinaus Besucher anziehen.
In unserem
Kirchenkreis ist es gelungen, durch frühzeitige Struktur- und
Personalplanungen zeitgleich mit der Fusion Kräfte frei zu bekommen, um
zeitlich befristete Projektstellen einzurichten. So haben wir in der
Jugendarbeit, im Religionsunterricht, in der Kirchenmusik und in der
katechetischen Projektarbeit mit Kindern auch personelle Akzente setzen
können.
Wir erleben
einige Ermutigung durch gelungenen Gemeindeaufbau und durch den Neubau zweier
Gemeindezentren neben der auch ernüchternden Erfahrung, dass Kirchengemeinden
kleiner werden. Zukünftig wird sich die kirchliche Arbeit weg von der
Konzentration um den eigenen Kirchturm zur Zusammenarbeit in der Region
entwickeln müssen. Hier hat der Kirchenkreis als Gemeinschaft seiner
Kirchengemeinden eine Vorreiterfunktion. Kirchliche Arbeit muss im Wandel
sein und reagieren können auf sich verändernde Situationen, die sich
besonders auch durch den demographischen Wandel ergeben. Alle Kraft beziehen
wir aber aus der festen Mitte unseres Glaubens: „Jesus Christus gestern und
heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ (Hebräer 13,8)
Superintendent
Uwe Teichmann
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Bilder:
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Rabenstein
Schloss Wiesenburg
Havelblick bei Deetz
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