Die Kirchenkreisfusion - der aktuelle Stand

 

Die Kreissynode Lehnin-Belzig hat auf ihrer Tagung im November 2009 mit großer Mehrheit (68%) die Neubildung eines Kirchenkreises abgelehnt.  Dieses Abstimmungsergebnis kam nicht überraschend zustande sondern deutete sich im Verlauf des Jahres 2009 an.  Es war uns im Kirchenkreis und in der Fusionskommission wichtig, in einem offenen Prozess auf die Kirchenkreisneubildung zu zugehen, dabei sollten sachlich alle Gründe offengelegt werden und ein für alle nachvollziehbares Vertragswerk vorliegen.

Diese Arbeit wurde durch die Fusionskommission und in den kreis-kirchlichen Beratungsprozessen hervorragend geleistet.

Die endgültige Entscheidung liegt letztlich dann aber beim Souverän der Kreissynode, die wie oben dargestellt über den laufenden Prozess stets informiert wurde und über Einzelfragen debattierte.

Im Dezember 2009 befasste sich nun die Kirchenleitung mit den unterschiedlichen Synodalentscheidungen. Hätten alle drei Synoden zugestimmt, hätte die Kirchenleitung die Fusion rechtskräftig wirksam werden lassen können. Bei divergierenden Entscheidungen kann die Kirchenleitung die Landesynode sofort um eine abschließende Entscheidung anrufen oder den Prozess beenden oder ihrerseits einen neuen Verhandlungsimpuls setzen. Das letztere unternahm die Kirchenleitung mit einem Treffen am 18. Januar 2010 mit Vertretern der betroffenen Kirchenkreise und erweitert um Vertreter der Nachbarkirchenkreise Nauen-Rathenow, Falkensee und Potsdam. Damit wurde deutlich, dass die Fragen der Kirchenkreisneubildung die ganze Südregion des Sprengels Potsdam betreffen. Der auf diesem Treffen verabredete Vorschlag, dass die Kirchenkreise Brandenburg und Beelitz-Treuenbrietzen ohne Lehnin-Belzig eine Neubildung anstreben und das die Nachbarkirchenkreise eine sofortige finanzielle Solidarhilfe an den Kirchenkreis Brandenburg zahlen, scheiterte an der Ablehnung der Kirchenleitung, die für Kirchenkreisneubildungen gemeinsame Grenzen als unbedingt notwendig erachtet. Die Kirchenleitung hat dann Ende Februar 2010 entschieden, weiterhin an der Neubildung der drei Kirchenkreise festzuhalten, wobei für einen Übergangszeitraum von zwei Jahren die fusionsbereiten Kirchenkreise schon mal eine Zusammenarbeit erproben können. Zeitgleich entschied damit die Kirchenleitung, dass die Wiederbesetzung des Superintendentenamtes im Kirchenkreis Lehnin-Belzig, die mit dem Ende des Berufungszeitraumes von Superintendent Uwe Teichmann am 31. 05. 2010 ansteht, ausgesetzt wird bis die Strukturfragen in der Südregion des Sprengels Potsdam gelöst worden sind. Ab dem 1.6. 2010 sollte Sup. Teichmann amtierend für zwei Jahre die Leitung weiterführen. Der Kreiskirchenrat hat diesem Vorschlag nach Beratung mit dem amtierenden Generalsuperintendenten Dr. Zehner zugestimmt, während es in der Kreissynode eine deutliche Verärgerung über die von der Kirchenleitung ausgesetzte Wahl gab.

Die Kreissynode Lehnin-Belzig hat auf ihrer Tagung am 24.04. 2010 mit Bedauern die Entscheidung der Kirchenleitung zur Kenntnis genommen. Es wurde auch erwogen, die Landessynode um eine abschließende Entscheidung anzurufen. Dieser Vorschlag fand aber keine Mehrheit.

Die Kreissynode ist sich darin einig, dass die Strukturprobleme der Nachbarkirchenkreise nicht durch Fusionen gelöst werden. Sie befürwortet den Weg gemeinsamer Kooperationen – z.B. in einzelnen Fachbereichen (Kirchenmusik, Jugendarbeit, Fortbildung, Katechetik, Leitung u.a.) und in gegenseitiger Solidarhilfe. In Verantwortung gegenüber dem Nachbarkirchenkreis Brandenburg hat die Kreissynode  auf Nachfrage aus Brandenburg einstimmig eine Solidarhilfe für 2010 und 2011 mit jeweils 15.000,- € beschlossen.

Es ist nicht zu verhehlen, dass bei vielen Synodalen eine Enttäuschung darüber um sich greift, dass nach intensiven Fusionsverhandlungen über Jahre hinweg mit zweimal deutlichen Ablehnungen, ein solches Bemühen und diese klare Entscheidung von Seiten der Kirchenleitung nicht akzeptiert wird.

Nun wird sich zeigen wie die Kirchenleitung in ihrer Verantwortung durch die neu gewählte Generalsuperintendentin, H. Asmus, für den Sprengel Potsdam den Gesprächsprozess aufnehmen und weiterführen wird.

Superintendent Uwe Teichmann


Auf dem Weg zum neuen Kirchenkreis

Der im Jahr 2007 begonnene Gesprächsprozess mit dem Ziel, die Kirchenkreise Beelitz-Treuenbrietzen, Brandenburg und Lehnin-Belzig zu einem neuen größeren Kirchenkreis („Evangelischer Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg“) mit Sitz der Superintendentur in Lehnin zum 1. Januar 2010 zu vereinigen, geht nun in die entscheidende Phase. Die Anhörung der Gemeinden durch die Kirchenleitung ist durch Versendung detaillierter Unterlagen Anfang Juli 2009 eingeleitet worden. Auf dieser Grundlage soll nun über Sollstellen, Finanzen und weitere Details in den Gemeinden diskutiert werden. Zuletzt hat die interne Kirchenkreiskonferenz am 12. September 2009 in der Winterkirche in Lehnin allen Mitgliedern der Gemeindekirchenräte, den Synodalen und hauptamtlichen Mitarbeitern des Kirchenkreises Lehnin-Belzig die Möglichkeit gegeben, sich aktiv in die Diskussion einzubringen.

Auf der Kirchenkreiskonferenz wurden viele Aspekte der Fusion eingehend erörtert. Nun legt die Fusionskommission den einstimmig abgestimmten, beigefügten Beschlusstext zur Neubildung des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg zum 1. Januar 2010 vor. Dieser wörtlich gleichlautende Beschlusstext nebst identischer Begründung und Anlagen wird allen drei Herbstsynoden zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Sollten die Synoden von Beelitz-Treuenbrietzen (7. November), Brandenburg (14. November) und unsere Synode diesen Text mehrheitlich beschließen, bilden die drei Kirchenkreise ab dem 1. Januar 2010 den gemeinsamen neuen Kirchenkreis.

Nachfolgend sind die wesentlichen endgültigen Unterlagen für den Fusionsvertrag, die auf ihre kirchenrechtliche Belastbarkeit vom Konsistorium überprüft worden sind, veröffentlicht:

Ø      der zur Abstimmung vorliegenden Beschlusstext hier

Ø      die Strukturanpassungs- und Erprobungsverordnung für den Evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg (StrErpVO) in der endgültigen Form einschließlich der Anlage 1 zu § 2 StrErpVO (Wahlbereiche für ehrenamtliche Synodale), der Anlage 2 zu § 3 StrErpVO (Wahlbereiche für im Pfarrdienst tätige Synodale), dem Ergebnis AG Synodenzusammensetzung nach kirchenrechtlicher Prüfung und der StrErpVO in der Änderungsfassung von Word zum schnellen Erkennen der geänderten Passagen hier.           

Der bisherige Verlauf des Fusionsprozesses in unserem Kirchenkreis ist nachfolgend kurz skizziert.

 

Fusionskommission

Mit der Erarbeitung eines Vorschlages für die Struktur und inhaltliche Gestaltung des für den 1. Januar 2010 geplanten neuen fusionierten Kirchenkreises wurde die Fusionskommission beauftragt, die aus drei Vertretern der jeweiligen Kirchenkreise besteht und vom Generalsuperintendent Schulz sowie einem Vertreter der Rechtsabteilung unserer Landeskirche ergänzt wird. Unser Kirchenkreis wird durch den Superintendenten Teichmann, den stellvertretenden Superintendenten Kuhnt und den Präses Köhler-Apel vertreten.

Das erste Konzept wurde im Herbst 2007 vorgestellt und enthielt insbesondere folgende Elemente:

·               Vorschlag der Strukturkommission hier

·               Karte des neuen Kirchenkreises  hier

Die ersten Zwischenergebnisse wurden auf der Herbstsynode 2008 in Belzig vorgestellt und können hier nochmals angesehen werden:

·               Brief der Strukturkommission an die Gemeindekirchenräte vom 5.11.2008, verlesen auf der Kreissynode in Belzig am 8.11.2008. hier

 

·               Entwurf der rechtlichen Rahmenverordnungen (StrErpVO) hier

 

·               Anlage zur StrErpVO – Verteilung der Synodalen hier

 

Weitere Arbeitsergebnisse  (Kirchenmusik, Katechetik, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen) wurden auf der Frühjahrssynode 2009 in Schenkenberg dargestellt und diskutiert. Die Zahlen zu den Finanzen lagen zur Synode noch nicht vor. Der Synode wurde die Zusendung dieser Informationen für Anfang Juli 2009 zugesagt. Gleichzeitig wurde beschlossen, nach der Sommerpause eine interne Kirchenkreiskonferenz zu veranstalten, zu der alle Mitglieder der Gemeindkirchenräte, Synodale und hauptamtliche Mitarbeiter des Kirchenkreises Lehnin-Belzig herzlich eingeladen sind, hier. Diese Veranstaltung fand reges Interesse und half der Fusionskommission dabei, den Begründungstext für den Fusionsbeschluss noch deutlicher zu fassen. Dafür sei den Teilnehmern hier ausdrücklich gedankt.

 

Sollten Sie noch Fragen zur Fusion haben, richten Sie diese bitte an folgende Adresse:

supturl-bteichmann@t-online.de.

 

Entstehung des neuen Pfarrsprengels Lehnin hier